Dienstag, Mai 07, 2013
Baubiologische Beratungsstellen helfen bei Elektrosmog, Schimmelpilzen und Schadstoffen
Es hat etliche Jahre gedauert, bis der Begriff "Baubiologie"
fester Bestandteil des deutschen Sprachschatzes geworden ist. Dennoch ist
vielen Menschen nicht bekannt, was sich hinter der Baubiologie verbirgt und was
die entsprechenden Fachleute, also die Baubiologen, in ihrer beruflichen
Tätigkeit leisten. Ganz allgemein ist
die Baubiologie die Lehre von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen den
Menschen und ihrer Wohn- und Arbeitsumwelt. Anhand dieser Definition ist schon erkennbar,
dass es sich dabei nicht um ein in wenigen Punkten darzustellendes
Tätigkeitsfeld handeln kann.
Baubiologen üben ihren Beruf häufig in Ergänzung zu oder aufbauend auf
anderen vorher erworbenen Fachkenntnissen oder Qualifikationen aus. Sie sind
unter anderem Architekten, Ingenieure, Naturwissenschaftler und Handwerker,
deren Intention es ist, ihr jeweiliges Fachwissen einzusetzen, um letztendlich
gesunde, ökologische und nachhaltige Wohn- und Arbeitsbedingungen für möglichst
viele Menschen zu ermöglichen. Die
deutschen Baubiologen sind in mehreren Berufsverbänden und Vereinen
organisiert, die für die ständige
Weiterbildung ihrer Mitglieder sorgen und ein hohes Qualitätsniveau ihrer
Arbeit gewährleisten.
So sind zum Beispiel im BIOLYSA e.V., Gesundes Wohnen und Leben, 16
Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland vereint, die in ihren jeweiligen
Regionen an der Umsetzung der o.g. Zielsetzung arbeiten. Ihre vorrangigen Leistungen
sind Beratung, Messung und Analyse bei Schimmelpilz- und Schadstoffbelastungen
in Innenräumen sowie Belastungen durch elektrische, magnetische und
elektromagnetische Felder und Wellen (sogenannter Elektrosmog).
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit unterhalten alle Biolysa-Mitglieder
ehrenamtlich eine baubiologische Beratungsstelle zur Information der
Bevölkerung über Umweltschadstoffe und andere schädliche Einflüsse, ihre
Bewertung und Bedeutung für Umwelt und Gesundheit. Hier gibt es kostenlos telefonische Kurzinfos und es werden Informationsmaterialien (Flyer,
Broschüren) zur Verfügung gestellt, die von BIOLYSA e.V. erarbeitet wurden. Auch
mit Beiträgen in Printmedien, Rundfunk und Fernsehen sowie Veröffentlichungen
im Internet wird aktive Aufklärungsarbeit im Umweltbereich geleistet.
Alle Beratungsstelleninhaber bieten Fachvorträge an, die sie gern vor
interessierten Zuhörern halten und bei denen sie sich auch Fragen und Meinungsäußerungen stellen.
Ausgenommen von diesem Angebot sind allerdings juristische Fragen,
diese dürfen und können nicht beantwortet werden.
Die Beratungsstelle
Münsterland ist ebenfalls Mitglied im IBN, VDB und VB und ist erreichbar unter
Tel. 02581-784635 oder www.baubiologie-muenster.de
# posted by Ralf Holtrup, Baubiologe IBN und Sachverständiger für Schimmelpilze @ 14:55
0 comments
Freitag, April 19, 2013
Gesundes Wohnen mit natürlichen Baustoffen ohne Schadstoffe
Die Dämmung unserer Wohnungen läuft auf Hochkonjunktur,
Einsparungsmaßnahmen von Heiz- und Energiekosten sind das Ziel. Neue Fenster,
Dämmung der Dächer und der Außenwände sind angesagt, nicht zuletzt angetrieben durch
die gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung.
Bei den Modernisierungsarbeiten werden jedoch meist nur die
energetischen Aspekte berücksichtigt, dass die Folge der Gebäudeabdichtung ein
verringerter natürlicher Luftwechsel ist, wird selten bedacht. Nicht nur
Schimmelpilze finden durch zu feuchte Räume einen Nährboden. Der geringere
Luftwechsel sorgt auch für eine Ansammlung von Schadstoffen in der Raumluft.
„Die Industrie lässt sich einiges einfallen, über 100.000 chemische Einzelstoffe
stehen zur Verfügung. Jahr für Jahr werden neue Substanzen dazu entwickelt,
ohne die Langzeitwirkung und Risiken für die Gesundheit zu kennen“, so Ralf
Holtrup, Sachverständigenbüro und baubiologische
Beratung, Warendorf.
Baustoffe dürfen aus
baubiologischer Sicht und im Interesse aller Raumnutzer keine Schadstoffe an
die Umgebung abgeben. Es sollte auf Lacke und Farben verzichtet werden, die
chemische Lösungsmittel oder Kunstharze enthalten. Im Fußbodenbereich sind
häufig PVC-Bodenbeläge oder künstlicher Nadelfilz für Gerüche und/oder
Schadstoffausdünstungen verantwortlich.
Holtrup empfiehlt für
den Boden Massivholz, Kork oder Naturfaserteppiche. Als Wandbeschichtungen
eignen sich besonders Silikat-, Kasein-, Kalk- oder Lehmfarben. Dämmstoff der
ersten Wahl für Außenwände und Dächer sollten Hanf,
Holzfaser oder Zellulosematerialien sein.
# posted by Ralf Holtrup, Baubiologe IBN und Sachverständiger für Schimmelpilze @ 15:33
0 comments
Freitag, März 15, 2013
Asbest – eine Schadstoffbelastung, die uns immer noch betrifft
Seit 2005 darf Asbest in der EU weder verarbeitet noch in den Verkehr
gebracht werden, schon seit 1993 besteht innerhalb Deutschlands ein generelles
Asbestverbot.
Asbestfasern können Lungenkrebs, Krebskrankheiten der körperinneren
Bindegewebe - sogenannte Mesotheliome, und eine massive
Lungenfunktionsminderung mit dem Namen Asbestose auslösen.
Theoretisch reicht schon eine Faser, die man einatmet, um nach
Jahrzehnten Latenzzeit den Ausbruch einer solchen Krankheit zu verursachen.
Seit 1978 wurden fast 35.000 tödliche Asbesterkrankungen als
Berufskrankheiten von den Berufsgenossenschaften anerkannt. Jedes Jahr sterben
nach Jahren qualvoller Atemnot immer noch etwa 1500 Menschen an Erkrankungen,
die mit Asbest zusammenhängen.
Fast zwei Drittel aller tödlich endenden Berufskrankheiten in
Deutschland haben Asbest als Auslöser.
Besonders stark betroffen sind Personen, die beruflich häufig
asbesthaltigen Materialien ausgesetzt waren.
Doch Asbestfasern sind auch ein Problem der gesamten Bevölkerung, weil
das "Mineral der tausend Möglichkeiten“, wie es noch bis in die zweite
Hälfte des 20. Jahrhunderts genannt wurde, in einer Unzahl von Produkten
eingesetzt wurde:
Asbest besitzt ein gutes Isolationsvermögen im Brandschutz, hat eine
hohe mechanische Festigkeit und ist säurebeständig. Bis zu 50 Prozent der
Hausdächer, die nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden, enthalten Asbest.
Auch Fassaden, Fensterbänke innen und außen, plattenartige Verkleidungen von
Lüftungsschächten oder Heizkörpernischen, Dämmungen von Rohrleitungen oder die
Rohre selbst, können vollständig oder teilweise aus Asbest bestehen. Die Fasern
wurden auch in Fußbodenkleber, Farben, Spachtelmassen und zahlreiche andere
Produkte als sogenannte Faserarmierungen untergemischt.
Experten schätzen, dass Asbest in 3000 bis 5000 unterschiedlichen
Produkten eingesetzt wurde.
Der heutige Problemstoff wurde vor allem in der Zeit zwischen 1960 und
1990 intensiv in öffentlichen und privaten Gebäuden verbaut.
Ralf Holtrup, Baubiologe und geprüfter Asbest-Sachkundiger, weiß mehr:
"Nach den in Deutschland allgemein gültigen Technischen Regeln der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
unterscheidet man sogenannte festgebundene Asbestprodukte – auch
Hartasbest oder Asbestzement genannt – und schwach gebundene
Asbestprodukte, meist als Spritzasbest in Industriebauten und öffentlichen
Gebäuden verwendet."
Im Zuge der großen Asbest-Sanierungswelle in den neunziger Jahren wurde
hauptsächlich der schwach gebundene Asbest aus den Gebäuden entfernt.
"Für Produkte aus Asbestzement, mit den Fasern armierten Klebern
oder sonstigen Werkstoffen gibt es leider keine Verpflichtung zur Entfernung.
Erst im Zuge von Umbaumaßnahmen oder Abbrucharbeiten müssen diese
Asbestprodukte dann sachkundig bearbeitet, entfernt und entsorgt werden",
so der Experte.
Oft würden aber nicht einmal die einfachsten Schutzmaßnahmen wie
Baustellenabschottung, Staubabsaugung mit speziellen Filtern oder
Atemschutzausrüstungen genutzt, weil man das Problem gar nicht erkenne.
"So werden dann die gefährlichen Fasern in riesigen Mengen
freigesetzt und verseuchen die gesamte Luft von Zimmern, Wohnungen, ganzen
Häusern und Straßenzügen.
Die umliegende Nachbarschaft wird natürlich auch noch mit beteiligt, ob
die das wollen oder nicht!" so der Baubiologe. " Und
überall, wo der Staub sich absetzt, kann er auch wieder aufgewirbelt werden -
das Problem verschwindet also nicht von selbst!"
Holtrup weiter:"Viele Heimwerker, aber auch kleinere
Handwerksbetriebe sind sich der Gefahren nicht bewusst, aber es gibt auch
Zeitgenossen, die wollen gar nichts wissen, weil sie erhöhte Kosten fürchten,
wenn Asbest gesucht und gefunden wird. Dabei würde keiner so reagieren, wenn es
sich um Bomben mit Zeitzünder handeln würde. Asbestfasern sind aber nicht
anders einzustufen. Asbestinduzierte Krankheiten brechen zwar erst in 30 oder
35 Jahren aus, dann aber sind sie qualvoll und unheilbar!
Wer möchte das aber wirklich riskieren, wenn er heutzutage eine Wohnung
oder ein Haus herrichtet, um fürs Alter oder für die Kinder eine Wertanlage zu
schaffen und zu besitzen?"
Asbestfasern sind ein Tod bringendes Risiko!
Immer dann also, wenn Räume renoviert werden, die älter als 20 Jahre
sind, ist Vorsicht geboten. Der über 20 Jahre alte PVC-Fußboden in der Küche,
der Fliesenkleber im alten Badezimmer, die Jahrzehnte alte Dacheindeckung – in
all diesen Baustoffen kann die todbringende Faser stecken.
Gleich aussehende Produkte können Asbest enthalten, oder auch nicht -
Sicherheit bekommt man nur durch die Laboranalyse einer Materialprobe.
Der probennehmende Baubiologe wird dann auch die richtigen Maßnahmen
zur Gefahrenminimierung kennen und nennen.
"Und sollte man die Arbeiten schon begonnen oder beendet haben,
dann lohnt sich immer noch die Durchführung einer Luftmessung, um mögliche
Gefahren oder die Belastungsfreiheit festzustellen! Das kostet zwar Geld, aber
nicht das Leben.", so der Sachverständige.
# posted by Ralf Holtrup, Baubiologe IBN und Sachverständiger für Schimmelpilze @ 09:44
0 comments
Montag, Februar 11, 2013
Schadstoffe im Wohnraum: Wohngifte immer noch ein aktuelles Problem
In den Industrieländern halten sich die
Menschen über 90 % ihrer Lebenszeit in geschlossenen Räumen auf. Unsere Häuser
werden immer dichter. Die Belastungen im alltäglichen Lebensumfeld werden immer
höher. 30 % der Bevölkerung gelten bereits als umweltkrank. Deshalb ist die
Luftqualität in Räumen, in denen wir uns lange aufhalten, von großer
gesundheitlicher Bedeutung.
„Es sollte eigentlich der Vergangenheit
angehören, sich Gedanken über mögliche schädigende Stoffe machen zu müssen, die
aus Materialien (Kleidung, Teppichboden, Tapeten, Spielzeug etc.) ausgasen können“,
so Baubiologe Ralf Holtrup aus Warendorf.
In vielen Bereichen wurden
leichtflüchtige organische Verbindungen (engl. volatile organic compounds =
VOC) durch mittel- und schwerflüchtige Verbindungen (engl. semi-volatile organic compounds = SVOC)
ersetzt. Diese werden bei Zimmertemperatur aber ebenfalls freigesetzt, nur
geschieht dies langsamer und über einen längeren Zeitraum. Ein besonderes
Problem stellen Produkte aus Polyvinylchlorid (PVC) dar, an denen Holtrup die
Schadstoffproblematik detailliert erläutert. Werden z. B. PVC-Tapeten
hergestellt, kann auf Weichmacher nicht verzichtet werden. Sie verleihen der
Tapete Elastizität und ermöglichen das Aufschäumen. Weichmacher können ein
Problem in Innenräumen darstellen. Laut ÖKO-TEST wurden in PVC-haltigen
Vlies-Tapeten sogenannte Phthalate nachgewiesen (ÖKO-TEST 2010).
Die PVC Hersteller verwenden vorrangig
DINP (Diisononylphthalat) und DIDP (Diisodecylphthalat). Diese Phthalate sind
von der Europäischen Union nicht als gefährliche Stoffe eingestuft. Das
Umweltbundesamt bewertet das anzunehmende Umweltverhalten dieser Stoffe jedoch
als bedenklich. Sie stehen im Verdacht, sich in hohem Maße in Organismen
anzureichern und eine lange Lebensdauer im Boden und in Sedimenten aufzuweisen
(Umweltbundesamt 2007).
In den meisten 2010 von ÖKO-TEST
getesteten Vliestapeten wurden mindestens auch Spuren von giftigen
zinnorganischen Verbindungen nachgewiesen. Diese Verbindungen können beim
Menschen schon in sehr kleinen Mengen das Immun- und Hormonsystem
beeinträchtigen. Zudem kann das Stoffgemisch der Tapete auch eine Vielzahl von
anderen flüchtigen organischen Verbindungen ausgasen, die die Raumluft belasten
und Schleimhäute und Augen reizen können. Diese kommen auch in PVC-Bodenbelägen
und gegebenenfalls in Wandfarben vor.
„Heute ist es wieder modern, sich diese
Sachen an die Wände oder auf den Boden
zu kleben“, so der Sachverständige Holtrup weiter, „hinzu kommt ja noch, dass
im Falle eines Brandes von PVC nicht nur ein beißender Rauch sondern auch eine
Vielzahl von giftigen Verbindungen entsteht.“
Das im PVC enthaltene Chlor wird
größtenteils als Chlorwasserstoff (HCl) freigesetzt, der mit Feuchtigkeit zu
ätzender Salzsäure reagiert.
„Wir müssen achtsam sein mit den vielen
Dingen, die der Markt anbietet. Empfehlenswert sind laut Holtrup z.B.
Naturbaustoffe, die mit einem europäischen Qualitätszeichen wie natureplus
versehen sind.“
Wohngifte und Schadstoffbelastungen in Wohnungen können
durch direkte Materialuntersuchungen oder
Raumluftanalysen nachgewiesen werden.
# posted by Ralf Holtrup, Baubiologe IBN und Sachverständiger für Schimmelpilze @ 17:48
0 comments
Montag, Januar 28, 2013
Schadstoffe in OSB- und Spanlatten
Press-Spanplatten und OSB-Platten - kann man sie heutzutage
unbedenklich benutzen?
OSB-Platten, auch Grobspanplatten genannt, werden heutzutage im
Bauwesen zunehmend für Ausbaumaßnahmen und auch ganze Gebäudeerstellungen
verwendet.
OSB-Platten (osb für englisch: oriented strand bzw. structural board)
bedeutet: Platte aus ausgerichteten Spänen.
Sie haben damit die normalen Pressspanplatten nahezu abgelöst, die
hauptsächlich noch im Hobby- und Möbelbereich benutzt werden.
In der Öffentlichkeit ist bei allen Holzwerkstoffen immer noch das
Abgabevermögen von Formaldehyd im Fokus der Aufmerksamkeit, obwohl sich daraus
unter normalen Bedingungen kaum mehr Gefahren ergeben.
Probleme für die Gesundheit oder das Wohlbefinden liegen vielmehr heute
in den anderen Bestandteilen der Kleber für die Späne. Da moderne Bauten sehr
luftdicht gebaut werden, kann es zu dauerhaft erhöhten Feuchtebelastungen aus
der Raumluft an den Innenseiten der für die Wandaufbauten benutzten Platten
kommen. Dadurch kann es zu chemischen Reaktionen kommen, die Phenole,
Chloranisole und Chlorkresole aus den Platten ausgasen lassen, es kann zudem
auch zu signifikanten Luftbelastungen mit Isocyanaten kommen.
Diese Umstände sorgen zum einen für erhöhte Werte dieser Stoffe in der
Raumluft, was zu allerlei Krankheitssymptomen führen kann. Im besten Fall kommt
es nur zu dauerhaft vorhandenen unangenehmen Geruchsbelastungen, wie sie von
älteren Fertighäusern bekannt sind. Das allerdings kann so störend sein, dass
ein solches Haus nicht mehr bewohnbar ist.
Ralf Holtrup, Baubiologe aus Warendorf, nennt Fakten zu den
Holzwerkstoffen:
"In Deutschland hergestellte Platten werden in der Regel aus
frischem Rundholz oder Restholz aus den Sägemühlen hergestellt, es gibt aber
auch einige Produkte aus Deutschland und etliche aus dem Ausland, bei welchen
Recyclingholz in unterschiedlichen Mengen verwendet wird, was zu einer
Belastung des Holzes mit Pentachlorphenol führen kann."
"Zur Verklebung der Späne werden Klebstoffe auf Basis von
Melamin-Harnstoff-Phenol-Formaldehyd (MUPF) und PMDI-Klebstoffe, das ist
Polymeres Diphenylmethandiisocyanat, verwendet.
Der Anteil an PMDI überwiegt meist, vor allem aus qualitativen Gründen.
Häufig wird in der Mittelschicht der Platten PMDI eingesetzt und in den
Deckschichten MUPF-Klebstoffe.
PMDI selbst ist frei von Formaldehyd und besitzt eine höhere
Beständigkeit gegenüber Feuchte. Zudem braucht man weniger Klebematerial als
bei MUPF-Klebstoffen.
Allerdings ist es teurer als diese und wird somit nicht überall und
immer benutzt."
Laut Holtrup, der auch eine Beratungsstelle des IBN (Institut für
Ökologie und Baubiologie in Neubeurn) und vom Verein BIOLYSA e.V. betreibt,
kann man sich im Groben bei der Verwendung von OSB-und Spanplatten nach einer
gültigen Norm richten und sollte nicht einfach das erstbeste No-name-Produkt
aus dem Baumarkt kaufen:
"Die Norm EN 300 definiert OSB-Platten entsprechend ihrer
mechanischen Eigenschaften und der relativen Feuchtebeständigkeit in folgende
Klassen:
• OSB/1:
Platten für den Innenausbau (einschließlich Möbel) zur Verwendung im
Trockenbereich.
• OSB/2:
Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Trockenbereich.
• OSB/3:
Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtebereich.
• OSB/4:
Hochbelastbare Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtebereich.
Bei Platten der Klasse OSB/4 ist der Anteil der PMDI-Kleber am
höchsten, sie bieten somit die geringste Gefahr der Emission von
Geruchsstoffen."
Pressspanplatten werden auch heutzutage immer noch meist mit
MUPF-Klebern hergestellt und können demzufolge in nennenswertem Maße auch
Formaldehyd abgeben.
Bezüglich der Formaldehyd-Emissionen ist in Deutschland nur die Klasse
E1 mit maximal 8 mg Formaldehydausgasung pro 100 g Material zugelassen.
Alle Holzwerkstoffe müssen zudem ein CE-Kennzeichen aufweisen, das
garantiert, dass nicht mehr als 0,124 mg Formaldehyd von einer Platte mit 1 kg
an einen Kubikmeter Raumluft abgegeben wird.
Der PCP-Gehalt (= Insektizid Pentachlorphenol) dieser Luft darf maximal
5 ppm betragen.
Sollte eine Platte mit Holzschutzmitteln ausgerüstet sein, muss Art,
Menge und Einbringverfahren im CE-Kennzeichen vermerkt sein.
Beim Be- und Verarbeiten aller dieser Werkstoffe sind besondere
Schutzmaßnahmen zu beachten, da die Stäube und die Gase bei Erhitzung (z.B.
durch Bohren und Schleifen) gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen
können.
Im Brandfall erzeugen sämtliche mit MUPF oder PMDI verklebte
Holzwerkstoffe Blausäure, das sollte man auf jeden Fall bei der Sanierung von
Brandschäden berücksichtigen!
Generell raten Baubiologen von der Verwendung von OSB-und
Pressspan-Platten ab. Wenn man schon Plattenwerkstoffe benutzen möchte, sollte
man eher Sperrholz oder Mehrschichtplatten kaufen und darauf achten, dass als
Klebstoffe nur Weißleime auf Basis von Polyvinylacetat (PVAC) verwendet wurden.
Nochmals Holtrup: "Da PVAC
ein harmloser Klebstoff ist, er sich im Inneren der Holzplatten bzw. nur
minimal an Sägekanten befindet und somit kaum einer ständigen Befeuchtung aus
der Raumluft ausgesetzt ist, kann man zudem sicher sein, dass es keinerlei
Abbauprodukte gibt, die die Atemluft belasten. Solche Platten gibt es zudem in
Ökoqualität in Öko-Baumärkten zu kaufen!"
Mehr Infos zu Schadstoffen und Schimmelpilzen: www.baubiologie-holtrup.de
# posted by Ralf Holtrup, Baubiologe IBN und Sachverständiger für Schimmelpilze @ 14:30
0 comments
