Montag, April 30, 2018

Schimmel im Frühling und Sommer - die eher unbekannte Gefahr


Jetzt im Frühjahr werden überall die Fenster geöffnet, die warme Frühlingsluft wird in Wohnungen und Kellerräume eingelassen. Es wird wieder ausgiebig gelüftet, weil man keinen Wärmeenergieverlust mehr fürchten muss. In Kellern werden die Fenster oft auch deswegen geöffnet, weil man sich erinnert, dass es vor dem Winter und evtl. auch durchgehend dort so modrig roch - jetzt soll der Muff hinaus!

Oft bleiben die Kellerfenster dann den ganzen Sommer über offen, manchmal werden gerade an sehr warmen Tagen auch noch die Kellertüren weit aufgerissen. Alles geschieht in der Annahme, dass die warme Luft den feuchten Keller austrocknen könne. In manchen Kellern bröckelt auch der Putz von den Innenseiten der Außenwandflächen oder es finden sich Salzausblühungen, deren flaumige Erscheinungsweise oft auch mit Schimmelbefall verwechselt wird. Die meisten Menschen glauben dann an eindringende oder aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich, welche durch Undichtigkeiten des Mauerwerks nach innen dringt und wollen diese Feuchte natürlich aus den Kellern entfernen. Die Raumluftfeuchte in Kellern ist dann oft sehr hoch, Hygrometer zeigen oft 80% relative Feuchte und mehr, je nachdem, wo sie aufgestellt werden. Die meisten versuchen dann, dass Problem zu lösen, indem sie vermehrt lüften. Das jedoch ist ein schwerer Fehler und verschärft das Feuchte- und Schimmelproblem im Keller sogar noch.

In ungeheizten Kellern haben das Mauerwerk der Außenwände sowie die Bodenflächen nahezu die Temperatur des umgebenden Erdreiches, das sind etwa 12 -14°C. Die hereingelüftete Außenluft ist jedoch oft deutlich wärmer, sogar im Frühling hat man schon über 20 °C Außentemperatur bei relativen Feuchtewerten von oft um die 60% oder mehr. Und viele Menschen meinen dann, 60% ist ja weniger als 80%, da kann man gut lüften...
Hygrometer zeigen jedoch die RELATIVE Feuchte der Luft an, immer bezogen auf die jeweilige Lufttemperatur. Diesen Zusammenhang kennen viel gar nicht. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Ein Hygrometer zeigt also nur an, wie stark die Luft bei der gerade herrschenden Temperatur mit Wasserdampf gesättigt ist. Trifft warme, feuchte Luft auf kalte Flächen, wobei sie abkühlt, dann steigt die relative Feuchte, mitunter so stark, bis ein Teil des in der Luft enthaltenen Wassers ausfällt, es kondensiert.

Der Baubiologe Ralf Holtrup, erläutert den Zusammenhang der relativen Feuchte mit der Temperatur: "Das ist wie bei großen Weingläsern (hohe Lufttemperatur) und kleinen Schnapsgläsern (niedrige Lufttemperatur) - wenn das halb volle große Weinglas (also 50% voll) in das kleine Schnapsglas gekippt wird, dann hat man sofort 100% Füllzustand und es läuft auch noch etwas über. Dieser Rest wäre das Kondenswasser, welches bei Ausfall aus der Luft dann im Keller von allen saugfähigen Materialien aufgenommen wird, also von Putzoberflächen und allen porösen Stoffen, die vor diesen Wandflächen oder auf dem Boden gelagert werden." Hat man z.B. 20°C warme Luft mit 60% r.F. in den Keller gelüftet und diese Luft trifft auf die 12°C kühlen Außenwandflächen, dann steigt dort die relative Luftfeuchte auf 97%. Die 60 % r.F in 20°C warmer Luft entsprechen einem absoluten Wassergehalt je Kubikmeter Luft von etwa 10 Gramm. Die 12°C kühle Luft vor den Außenwänden oder am Boden hingegen kann nur maximal 10,65 Gramm Wasser in jeden Kubikmeter aufnehmen, "das Schnapsglas ist also fast ganz voll".

Sogar wenn es noch kein Kondenswasser gibt, erzeugt man schon gute Bedingungen für Schimmelpilze: Schimmelpilze können schon ab etwa 70% r.F. Luftfeuchte schon wachsen. Somit ist klar ersichtlich, dass man mit dem falschen Lüftungsverhalten optimale Verhältnisse für Schimmelpilze herstellt. Holtrups Fazit aus langjähriger Erfahrung: "Das Lüften von Kellerräumen im Sommer tagsüber ist das Schlechteste, was man machen kann.

Zuerst wächst vermehrt Schimmel auf den Wandflächen und dann feuchtet sich auch noch die Wandoberfläche bzw. der Putz auf. Wenn dann doch einmal die umgebende Luft trockener sein sollte als der feucht gewordene Putz, dann verdunstet das Wasser wieder in die Luft. Dabei werden die vom Wasser aus dem Material gelösten Salze an die Wandoberfläche transportiert und bleiben beim Verdunsten des Wassers zurück, wo sie oft einen durchgehenden Kristallflaum bilden."
Auf der einen Seite verhindere das zwar einen flächigen Schimmelbefall, weil es die Pilze nicht so salzig mögen, aber das Salz binde auch wieder schneller die Feuchte aus der Luft. Das ganze werde dann zu einem sich selbst erhaltenden Kreislauf, der die Kellerwände immer feuchter werden lasse und alles, was in den Kellern gelagert ist, werde immer stärker von Schimmelpilzen befallen und verströme dann den typischen modrigen Kellergeruch. In der warmen Jahreszeit solle man daher Keller nur morgens früh oder nachts lüften, wenn es außen kühler und damit trockener sei.
Ähnlich sind auch Souterrainwohnungen zu beurteilen, die oft auch sehr schimmelanfällig sind

Der Sachverständige Holtrup hat noch einen Tipp: "Besitzt man im Keller einen Abluftventilator, so sollte der über eine Zeitsteuerung verfügen, so dass er nur nachts einschaltet, besser noch wäre eine Differenzsteuerung über Sensoren für Innen- und Außenverhältnisse. Dabei muss man nur darauf achten, dass auch Luft in die Kellerräume nachströmen kann, am besten von außen."
Falls die nächtliche Lüftung nicht ausreichend sei, um die Feuchte- und Schimmelprobleme zu beheben, oder wenn man unsicher sei, ob es tatsächlich nur am Lüften liege, so solle man einen Sachverständigen mit der Ursachensuche beauftragen. Holtrup: "Es ist sinnvoll, keinen Sanierer, Kellerabdichtungshersteller oder Anbieter von Geräten gegen aufsteigende Feuchte mit solch einer Ortsbegehung zu beauftragen. Die sind ja quasi betriebsblind und sehen naturgemäß nur solche Ursachen für die Feuchteschäden, die sie mit ihren Methoden beeinflussen können. Besser ist es, einen unabhängigen Experten zu beauftragen, der nichts verkauft außer seinem Wissen!"

Für weitere Informationen, Messungen und Beratung bei Problemen mit Schimmel, Feuchte oder sonstigen Schadstoffquellen im Haus sowie Beratung zu gesundem Leben im gesunden Haus steht Ihnen der Sachverständige Ralf Holtrup zur Verfügung. www.baubiologie-holtrup.de

Mittwoch, März 14, 2018

WHO gibt Leitlinen für Schimmel und Raumluftqualität heraus


Auszug aus der Veröffentlichung (Quelle: https://www.jameda.de/gesundheit/atemwege/weltgesundheitsorganisation-who-gibt-leitlinien-schimmel-in-innenraeumen-heraus/

Die WHO veröffentlichte kürzlich ihre ersten
Leitlinien zur Raumluftqualität, die sich konkret mit dem Thema Feuchtigkeit und Schimmel befassen. (1) Diese Leitlinien sind das Ergebnis einer eingehenden zweijährigen Prüfung des aktuellen Wissensstands durch 36 führende Sachverständige aus aller Welt unter der Federführung des WHO-Regionalbüros für Europa. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Menschen, die sich in feuchten oder von Schimmel befallenen öffentlichen wie privaten Gebäuden aufhalten, ein um bis zu 75% höheres Risiko tragen, an Atemwegsbeschwerden und Asthma zu leiden. In den Leitlinien wird die Verhütung oder Behebung von Feuchtigkeits- und Schimmelproblemen empfohlen, um Schäden an der Gesundheit wesentlich zu reduzieren.

In den Leitlinien selbst legt die WHO größten Stellenwert auf zukünftige Prävention von Feuchtigkeit und Schimmel in Gebäuden. Gebäudebesitzer werden darin für verantwortlich erklärt, dass sie gesunde Arbeitsplätze oder Wohnräume zur Verfügung zu stellen, in denen keine vermehrte Feuchtigkeit und Schimmel vorzufinden ist, indem sie einwandfreie Hauskonstruktionen sicherstellen und die Häuser entsprechend warten.

Besonders hervorzuheben ist auch der Passus, in dem die WHO darauf hinweist, dass feuchte Baumaterialien deren chemischen Abbau verstärken, was dann zu höheren Emissionen flüchtiger organischer Substanzen (Lösungsmittel) führt, Formaldehyd und auch potenziell gefährlichen Chemikalien wie Pestiziden aus Baumaterialien, oder resultierend aus einer falscher Anwendung in den Gebäuden.

In vielen EU-Ländern haben 20–30% der Haushalte mit Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen. Alles deutet darauf hin, dass dies eine Gefährdung für die Gesundheit darstellt. In feuchten Innenräumen wachsen Hunderte Arten von Bakterien und Pilzen, die Sporen, Zellfragmente und Chemikalien freisetzen. Eine Belastung durch diese Schadstoffe wird mit dem Auftreten bzw. der Verschlimmerung von Atemwegsbeschwerden, Allergien, Asthma und Immunreaktionen in Verbindung gebracht. Kinder sind in besonderem Maße gefährdet. Neuesten Daten zufolge könnten 13% aller Fälle von Asthma im Kindesalter in den entwickelten Ländern der Europäischen Region der WHO auf feuchte Wohnräume zurückzuführen sein.

Das Wissen um die Luftschadstoffe in geschlossenen Räumen ist der Schlüssel zu Maßnahmen zur Verhütung gesundheitlicher Beeinträchtigungen und zur Reinhaltung der Luft.. Es ist Aufgabe der Gebäudeeigentümer, ein gesundes, von Feuchtigkeit und Schimmel freies Arbeits- bzw. Wohnumfeld bereitzustellen, indem sie für ausreichende Isolierung sorgen. Dagegen ist es Aufgabe der Gebäudenutzer, durch angemessene Nutzung von Wasser, Heizung und Lüftung übermäßige Feuchtigkeit zu vermeiden.


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Mehr Infos und Untersuchungen: www.Baubiologe-holtrup.de

Dienstag, Februar 13, 2018

Dicke Luft im Büro am Arbeitsplatz



Können Schadstoffe am Büroarbeitsplatz krank machen?
Unkonzentriert? Müdigkeit, Kopfschmerzen, Erkältung, Husten, Atemwegserkrankungen - wer kennt das nicht von Zeit zu Zeit? Doch wenn sich solche Erkrankungen häufen, sollte man hinterfragen, ob vielleicht das Gebäude, in dem man arbeitet, die Ursache dafür sein könnte. Gerade in Büroräumen ist häufig ein geballter Mix an Schadstoffen vorhanden, der eine Vielzahl von Erkrankungen auslösen kann. Experten sprechen von gebäudebedingten Erkrankungen oder dem sogenannten „Sick Building Syndrom“.
Eine immer dichtere Bauweise kann bei einer Anreicherung von Schadstoffen und langen Aufenthaltszeiten in Innenräumen zu Problemen führen.

Raumluftgifte können krank machen

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland arbeiten in Büros und Verwaltungen. Teilweise auch vom Heimarbeitsplatz aus. Schlechte Luft in Büroräumen mindert die Lebensqualität der Beschäftigten und deren Arbeitsleistung im Unternehmen. Es erhöhen sich die krankheitsbedingten Ausfallzeiten. Ein nicht zu unterschätzender volks- und betriebswirtschaftlicher Kostenfaktor, der gerade für Unternehmer das Interesse an der Thematik für Unternehmer wecken sollte.
Schadstoffe gibt es in Büroräumen mehr als genug: Alte Schreibtische, Aktenschränke, Regale, oftmals aus Pressspanplatten gefertigt, geben häufig Formaldehyd an die Raumluft ab, neue Möbel sind Quellen für leichtflüchtige lösemittelartige Verbindungen (VOC‘s). Fußbodenbeläge sind meist mit Chemikaliengemischen ausgerüstet. Weichmacher vom Typ Phthalate, die Auswirkungen auf das Hormonsystem haben können, finden sich in Wandfarben, Lacken PVC- und auch Teppichböden.
Flammschutzmittel werden in Textilien, Fußbodenversiegelungen, Montageschäumen, PCs, Druckern, Faxgeräten und Kopierern eingesetzt. Neueste Gefährdung wird durch die sogenannte NANO-Technologie hervorgerufen, kleinste Einheiten auch bekannter Stoffe entwickeln auf Grund ihrer geringen Größe besondere Eigenschaften - gewollte und ungewollte ! Besondere Vorsicht gilt bei Schimmelpilzen in Innenräumen, die oft versteckt vorhanden sind. Ursachen für möglichen Schimmelbefall sind Feuchteschäden, Baumängel, Wärmebrücken und unzureichendes Lüften.
Typische Beschwerden bei gebäudebedingten Erkrankungen sind Atemwegserkrankungen, asthmatische und allergische Beschwerden wie Heuschnupfen oder Reizungen von Augen, Nase, Rachen oder der Haut, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Abgeschlagenheit, rasche Ermüdung und Konzentrationsschwierigkeiten.  
Tausende chemische Verbindungen werden in Innenräumen nachgewiesen. Die Wirkungen von chemischen Stoffen sind sehr unterschiedlich und wenig erforscht, deshalb können besonders kritische Kombinationswirkungen (Synergismen) in der Luft oder im menschlichen Körper auftreten, deren Schädigungspotential wesentlich höher liegen kann als im Einzelfall.
Die sonst zur Energieeinsparung sinnvollen Wärmedämmungen und das konsequente Abdichten der Gebäudehülle führen zur stärkeren Auswirkung von Schadstoffen. Bei geringerem Luftaustausch erhöht sich die Schadstoffbelastung, die CO2-Konzentration und auch die Schimmelgefahr in den Gebäuden . Hier können Lüftungsanlagen zwar helfen. Es muss jedoch gewährleistet sein, dass die Lüftungsanlagen regelmäßig gewartet und kontrolliert werden, damit sie nicht zu Keim- und Schimmelpilzschleudern werden.

Eine Schadstoffanalyse kann helfen

Bereits geringe Schadstoffkonzentrationen in der Raumluft können Krankheiten auslösen. Oft stellen sich die Beschwerden erst ein, wenn die Beschäftigten niedrigen Konzentrationen über längere Zeit ausgesetzt sind. Meist liegt die potentielle Belastung unter der wahrnehmbaren Geruchsschwelle. In diesem Fall kann nur eine Raumluftanalyse helfen. Mögliche Belastungen werden aufgedeckt. Bei der Bewertung der Laborergebnisse werden naturwissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse berücksichtigt. Auf dieser Basis wird ein Sanierungskonzept erstellt und optimalerweise nach Abschluss durch eine erfolgreiche Kontrollmessung bestätigt.
Wer schon Beschwerden hat oder gesundheitliche Vorsorge betreiben will, sollte eine fachmännische Arbeitsplatzuntersuchung der Büroräume von einem Sachverständigen durchführen lassen.

Tipps zur Vorsorge bei Schadstoffen
·        Lüften, lüften, lüften steht an erster Stelle  und kann Schadstoffe, CO2, Luftfeuchtigkeit sowie Schimmelpilzbildung reduzieren
·        Staub oft wegwischen
·        Staubsaugen mit Hepa-Filter
·        Nutzen Sie Naturholz- statt Pressspanmöbel.
·        Bodenbeläge, Vorhänge: Naturmaterialien bevorzugen. Keine Kunststoffe u. PVC nutzen (wg. Weichmacher), verklebte Flächen vermeiden
·        Ein Teppich mit "Wollsiegel" kann auch giftiges Permethrin enthalten.
·        Auf Umweltsiegel achten, aber auch ein „Blauer Engel“ bedeutet nicht schadstofffrei !
·        keine Vinyl-/ Styroportapeten nutzen
·        Keine Duftöle, Duftmittel, Insektenspray, Tabakrauch im Innenraum
·        Achtung: Viele Wohngifte sind heutzutage geruchsneutral !
·        Laserdrucker und Kopierer nicht direkt am Arbeitsplatz, sondern im separaten belüfteten Raum stellen!

Infos und Untersuchungen vom Sachverständigenbüro für Baubiologie,
Ralf Holtrup, Warendorf bei Münster
www.baubiologie-muenster.de, Tel. 02581-784635

Mittwoch, November 15, 2017

Kopfschmerzen im Auto durch W-Lan oder Bluetooth?

WLAN im Auto beeinflusst Gehirnströme

W-Lan oder Bluetooth sollten im Auto lieber aus sein auf Grund der Belastung
(gilt für Sender im Auto sowie mobile Daten / W-Lan / Bluetooth am Smartphone)

Bericht in RTL über Studie der Uni Mainz
Am 28.10.2017 lief in RTL-Explosiv Weekend der Bericht „Kopfschmerzen im Auto woher kommt das?“ über einen wissenschaftlichen Versuch, bei dem die Strahlenbelastungen auf das Gehirn im Automobil gemessen wurden. RTL bezeichnet die Ergebnisse als alarmierend. Tatsächlich, nach dem Einschalten der Autoelektrik, insbesondere von WLAN, verändern sich die Gehirnströme.
Link zum Film und weitere Infos:
https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail?newsid=1230

Mittwoch, Oktober 04, 2017

WLAN bei neuem Software-Update iOS – aus ist nicht aus!

Das seit dieser Woche verfügbare Update auf iOS 11 bringt viele Änderungen für Apple-Nutzer, die etwa die Kollegen von golem.de ausführlich beschreiben. Dazu gehört auch ein neues Kontrollzentrum am unteren Bildschirmrand, das den Nutzern mehr Optionen und Anpassungsmöglichkeiten verspricht. Derzeit sorgt aber eine Funktion für leichte Verwirrung.
Es geht um WLAN- und Bluetooth-Verbindungen. Die sind im Kontrollzentrum prominent platziert; ihre Schaltflächen befinden sich direkt neben dem Flugmodus und dem der mobilen Datenverbindung. Ist die Schaltfläche blau, ist das WLAN oder Bluetooth aktiviert. Ist sie grau, deaktiviert. So scheint es jedenfalls zu sein – doch es stimmt nicht ganz.
Den ganzen Beitrag lesen: http://www.zeit.de/digital/mobil/2017-09/ios-11-wlan-bluetooth-ausschalten-kontrollzentrum

Montag, April 24, 2017

Krebs durch Mobilfunk? - Gericht erkennt Tumor durch Handy-Strahlung als Berufskrankheit an

Tumor durch Handy ist offiziell Berufskrankheit

Eine Verstopfung im Ohr entpuppte sich als Tumor. Schuld daran ist das Handy, wie nun erstmals überhaupt anerkannt wurde.


Ein Gericht in Italien hat einen Gehirntumor als Folge häufigen beruflichen Handy-Telefonierens eines inzwischen 57-jährigen Klägers anerkannt. Der Richterspruch vom 11. April wurde von den Justizbehörden in Ivrea im Nordwesten des Landes erst am Donnerstag publiziert. Der Geschädigte, Roberto Romeo, soll wegen des dauerhaften Hörschadens von der Unfallversicherung monatlich 500 Euro bekommen. Weltweit hat erstmals ein Gericht die unsachgemässe Verwendung eines Handys als Ursache für einen Gehirntumor anerkannt», erklärten die Anwälte Stefano Bertone und Renato Ambrosio zu dem Fall.

Pressetext:
http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/im-norditalienischen-ivrea-gericht-erkennt-tumor-durch-handy-strahlung-als-berufskrankheit-an_id_7000355.html




Krank durch Telefonieren: Ein italienisches Gericht hat häufiges berufliches Handy-Telefonieren als Ursache eines Gehirntumors anerkannt. Die Anwälte des inzwischen 57-jährigen Klägers Roberto Romeo sprachen am Donnerstag von einer Weltpremiere.

Dienstag, April 18, 2017

Mögliche Krebsgefahr durch Anreicherung von Radon im eigenen Haus



Radioaktivität ist in Deutschland allgegenwärtig. Nicht deswegen, weil zur Zeit wieder in ganz Deutschland nach einem Endlager für Abfälle aus Atomkraftwerken gesucht wird, sondern weil Radongas natürlicherweise überall aus dem Boden austritt.

Radon ist ein Zerfallsprodukt des im Boden vorkommenden Uran-235, welches über Radium-226 zu dem Edelgas Radon-222 zerfällt. Die Halbwertszeit des Radon-222 beträgt 3,8 Tage. Es kann sich also leicht in Gebäuden anreichern, weil es recht stabil ist.

Unter Normalbedingungen ist das Gas farb-, geruch- und geschmacklos, kann also mit den menschlichen Sinnesorganen nicht wahrgenommen werden.

Es zerfällt unter Freisetzung von Helium-Ionen, sogenannten Alpha-Teilchen, die zu den ionisierenden Strahlen gehören. "Wird Radon eingeatmet, schädigt diese Strahlung das Lungengewebe", erklärt der Baubiologe Ralf Holtrup  aus dem Münsterland. "Die Lungenschädigung kann zunächst harmlos sein, kann jedoch bei langfristiger Belastung auch zu Lungenkrebs führen!"

Ralf Holtrup ist Betreiberin einer Beratungsstelle des Baubiologen-Vereins BIOLYSA e.V, dessen Mitglieder in ganz Deutschland vertreten sind und auch Messungen von Radon in Gebäuden durchführen.

Der Sachverständige weiter: "Lungenkrebs ist in Deutschland eine häufige Todesursache. Neben Rauchern sind auch Bewohner von meist älteren Häusern betroffen, in die aus dem Erdreich kommendes Radon eindringt. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 7-10% der Lungenkrebsfälle in Deutschland auf das Edelgas und dessen Zerfallsprodukte zurückgeführt werden können."

Die Vorkommen an Radon-Gas in Deutschland sind nicht flächendeckend. Sie konzentrieren sich in den Mittelgebirgen und sind abhängig vom Auftreten bestimmter Gesteinsarten und der Beschaffenheit der Böden. Jedoch kann man sich an der Küste oder im Flachland nicht sicher fühlen. Die im Internet verfügbare "Radonkarte Deutschland" verweist zwar auf die Radonkonzentration in der jeweiligen Region, ist aber extrem ungenau. Das eigene Risiko kann immer nur mit mehrwöchigen Langzeitmessungen mit speziellen Messgeräten abgeschätzt werden.

Holtrup: "Das Auftreten von Radon in den eigenen vier Wänden hängt vom Bauzustand ab. Erdberührte Hauspartien wie die Bodenplatte, die möglicherweise Risse aufweist oder nicht richtig abgedichtet ist, lassen Bodenluft eintreten und bergen somit oft unsichtbare Gefahren." Je undichter Böden und Wände seien, desto höher sei das Risiko!

"Auch Fenster unter dem Bodenniveau sind eine Eindringpforte. Und das Gas bleibt nicht in den Kellerräumen, sondern verteilt sich im ganzen Haus. Bei den heutigen sehr dicht schließenden Fenstern reichert es sich im Extremfall gerade in Wohnräumen stark an."

Gesetzliche Regelungen mit verbindlichen Grenzwerten existieren in Deutschland nicht.

Um das radonbedingte Lungenkrebsrisiko zu senken, muss momentan eine europäische Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt werden. Dabei gibt es in Deutschland jedoch Uneinigkeit über die Höhe der tolerablen Radon-Konzentration in Aufenthaltsräumen, dem "Referenzwert" in Becquerel pro Kubikmeter.

Wichtige Fachorganisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO und deutsche Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) und Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie, AIR (Ausschuss für Innenraumrichtwerte), sowie das Bundesamt für Strahlenschutz sind eher für einen niedrigen Grenzwert von 100 Bq/m³.

Die süddeutschen Bundesländer, wo Radonprobleme in Gebäuden bekannter sind, befürworten eher 300 Bq/m³. Es gibt Bedenken, dass 100 Bq/m³ sei bei Sanierungen schwer erreichbar, zu aufwändig und zu teuer seien.

Der Fachmann dazu:" Sanierungserfolge jedoch zeigen, dass 100 Bq/m³ machbar und bezahlbar sind. Beim Neubau sind 100 Bq/m³ mit entsprechenden Verfahren und Materialien kein Problem mehr. Man geht auch davon aus, dass das Lungenkrebsrisiko mit jedem Anstieg um 100 Becquerel pro Kubikmeter um 10% zunimmt."

Werden bei Langzeitmessungen kritische Messwerte erreicht, sollten Maßnahmen zur Verringerung des Strahlungsrisikos ergriffen werden. Mit verschiedenen lüftungs- und bautechnischen Methoden und der Abdichtung von Rissen und Fugen in der Bodenplatte kann Radon dauerhaft aus einem Gebäude herausgehalten werden. Ist das nicht möglich, muss zumindest eine Anreicherung in der Raumluft und ein Aufsteigen des Gases in höher liegende Wohnräume verhindert werden.

Ralf Holtrup empfiehlt allen gesundheitsbewussten Menschen, die in entsprechend gefährdeten Häusern wohnen, in jedem Fall die Untersuchung ihrer Häuser oder Wohnungen auf Radon. "Das ist nicht sehr teuer und schafft Sicherheit, was die Luftbelastung anbelangt. Von Feinstaub und Stickoxiden spricht momentan jeder, aber Radon wird immer noch völlig unterschätzt!"

Weitere Infos erhalten Sie bei www.baubiologie-holtrup.de