Donnerstag, Juli 25, 2019

Gesündere Luft im Kinderzimmer kostet kaum mehr

Mit gesundheitsgeprüften Farben, Bodenbelägen und anderen Bauprodukten schützen Eltern ihre Kinder vor Asthma und Allergierisiko.
Babys und kleine Kinder haben noch kein voll entwickeltes Immunsystem. Deshalb sind sie deutlich stärker als Erwachsene durch Schadstoffe wie Formaldehyd und Lösemittel (VOC) gefährdet. Diese können Atemwegsreizungen, Unwohlsein, Allergien sowie Asthma auslösen. Doch in frisch renovierten oder neu gebauten Kinderzimmern herrschen häufig besonders hohe Schadstoffwerte. Das hat eine Messreihe des Sentinel Haus Instituts ergeben.

Schadstoffe machen Kinder krank
Die Messergebnisse sind besorgniserregend: Bis zu 15 Mal mehr Schadstoffe als im wohngesunden Vergleichsraum herrschten im Kinderzimmer mit Standardbaustoffen. Nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes ist eine solch schlechte Luft hygienisch bedenklich.
Den ganzen Artikel finden sie hier...
https://blog.sentinel-haus.eu/2019/07/gesuendere-luft-im-kinderzimmer-kostet-kaum-mehr/



Beratung zu gesunden baubiologischen Produkten sowie Schadstoff- und Elektrosmog-Messungen
bietet Baubiologe und Sachverständiger Ralf Holtrup

Mittwoch, Juli 03, 2019

94 Prozent aller Deutschen wollen gesund wohnen

Wer nach Argumenten für das gesündere Bauen und Wohnen sucht, wird bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage fündig, die die Deutsche Fertighaus AG (Marken: massa haus, allkauf, OKAL) im September 2018 veröffentlicht hat. Danach wünschen sich 94 Prozent der Befragten ein Haus, das “so gebaut ist, dass es die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Bewohner unterstützt”. Dies ist neben dem Wunsch nach niedrigen Nebenkosten der höchste Wert aller abgefragten Eigenschaften.


Quelle:  https://blog.sentinel-haus.eu/2019/06/94-prozent-aller-deutschen-wollen-gesund-wohnen/

Dienstag, Mai 14, 2019

Quecksilberbelastung durch zerbrochene Thermometer oder Energiesparbirnen


Quecksilber zählt zu den hochtoxischen Schwermetallen. Quecksilberbelastungen können am Arbeitsplatz auftreten oder aber auch bei Amalgamfüllungen, belasteten Lebensmitteln (z.B. Fisch) . Im Wohnbereich tritt eine Belastung eher selten auf. Aber Vorsicht bei herkömmlichen Thermometern und Energiesparleuchtmitteln.

Chronische Vergiftungen äußern sich durch Nerven- und Nierenschäden, wobei Kinder und schwangere Frauen am empfindlichsten gegenüber Quecksilberverbindungen sind. Es kann auch passieren, dass Quecksilber die Blut-Hirn-Schranke überwindet.

Sofortmaßnahmen bei Freisetzung von Quecksilber durch Thermometer oder Sparbirnen:
·        Ruhe bewahren. Weitere Personen aus dem Raum geleiten und Fenster öffnen. Heizung und Lüftungsanlage abstellen.
·        Beim Reinigen ebenfalls noch gut durchlüften.
·        Tragen Sie Gummihandschuhe zum Schutz vor dem Quecksilber und den scharfen Glassplittern.
·        Für die erste Reinigung keinen Besen, Handfeger oder Staubsauger verwenden! Der Staubsauger bläst die Quecksilberdämpfe  wieder in die Raumluft. Das gebrochene Material, Glassplitter etc.  mit Karton oder steifem Papier zusammenkehren und in ein geschlossenes Glasgefäß geben. Auf glatten Böden wischen Sie den Staub und die restlichen Glassplitter mit feuchten Papiertüchern auf und stecken sie diese in das Gefäß.
·        Reste ggfs. mit einem Absorbermaterial (erhältlich in der Apotheke oder bei der örtlichen Feuerwehr) binden!
·        Wenn ausgelaufenes Quecksilber auf einem Teppich gelandet ist, sollte man keinesfalls den Staubsauger einsetzen, um es zu entfernen. Dagegen ist die Verwendung einer Apotheken-Pipette in diesem Fall wesentlich besser. Eine leere Tropfflasche für Augentropfen aus Kunststoff ist ebenfalls zur Entfernung von Quecksiberresten gut geeignet. Splitter und Stäube nehmen Sie ggfs. mit einem Klebeband auf und geben diese ebenfalls in das Gefäß.
·        Das metallische Quecksilber hat die unangenehme Eigenschaft sich in kleinste Ritzen, Bodenfugen oder hinter Fußleisten zu verbergen. Von dort kann es noch Jahre eine Quecksilberquelle darstellen, die für Quecksilberraumluftbelastungen oberhalb des Gefahrenwertes von 350 ng/m3 sorgen können.
·        Die Abfälle geben Sie bei der örtlichen Sammelstelle ab – nicht in den Hausmüll! Bis zur Entsorgung sicher aufbewahren.
·        Erst nach später nach der gründlichen Reinigung kann der Staubsauger eingesetzt werden. Wichtig: Während des Saugens und danach gut lüften. Staubsaugerbeutel und Feinstaubfilter sowie alle Reinigungsutensilien entsorgen Sie in der Restmülltonne außerhalb des Hauses.
·        Im Anschluss an alle Reinigungsmaßnahmen lüften Sie noch einige Tage.
·        Nach solch einem Ereignis ist es wichtig, die Raumluft auf Quecksilber untersuchen zu lassen, um den Sanierungserfolg zu überprüfen bzw. den Raum wieder zur Nutzung freizugeben.

Mehr Infos, Beratung und Raumluftanalysen unter www.baubiologie-holtrup.de

Montag, April 29, 2019

Auffälliger Geruch in Haus oder Wohnung?


Muffiger Gestank oder Geruch im Wohnumfeld kann auf Schimmelpilze, Schadstoffe oder auch Hausschwamm hindeuten. Oft fällt es erst spät – nach dem Urlaub, bei Rückkehr in die ungelüftete Wohnung erst richtig auf oder Bekannte sagen einem: „Hier riecht es aber komisch“. Mögliche Gründe gebe es viele, meint Baubiologe und Sachverständiger Ralf Holtrup: "Gerüche können mikrobiologische oder chemische Ursachen haben."

  • Mikrobieller Gestank kann durch Feuchte- oder Wasserschäden, Schimmelpilze, Bakterien, Hausschwamm, Verwesung von Schädlingen oder Fäkalien entstehen

  • Geruch von Schadstoffen kann durch Ausgasungen von Farben, Lösemitteln, Lacken, Klebern und Leimen, Holzschutzmitteln oder Weichmachern entstehen. Oft sind es aber auch Kombinationswirkungen oder Zersetzungsprozesse.

Hier sollte die Frage gestellt werden: Was hat sich in letzter Zeit verändert? Renovierungsarbeiten seien oft eine Erklärung für merkwürdige Gerüche. Allerdings sollten sich diese nach einigen Wochen verflüchtigen. Falls dies nicht der Fall ist, sind evtl. Fehler bei der Ausführung gemacht worden oder es sind noch andere schwerflüchtige Schadstoffe enthalten. Nicht selten sind Neubauten betroffen, da diese besonders dicht sind und Gerüche sich bei schlechten Lüftungsverhalten stärker auswirken können.

Aber auch in alten Häusern können noch Schadstoffe von früher Probleme machen. Z.B. alte PAK-haltige Kleber oder Holzschutzmittel (PCP und Lindan) bei Fertighäusern, die bei Zersetzungs-prozessen Chloranisole freisetzen, nicht nur die Raumluft mit ihrem muffigen Geruch durchdringen, sondern sich auch in der Kleidung der Bewohner festsetzen. Dies führt sogar nicht selten zu sozialen Problemen. Oftmals traut sich keiner von den Bekannten zu sagen „Bei dir riecht es komisch“ und gehen stattdessen auf Distanz.

In jedem Haus kann es auch Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilze geben. Nicht nur in feuchten Kellern oder alten Häusern, selbst in den besonders dichten Neubauten, die zu wenig gelüftet wurden.
Hier ist nach möglichen Feuchtequellen zu suchen.

Und nicht zuletzt können falsch geplante, stillgelegte oder defekte Abflussrohre zu einem Geruchsproblem führen.

Ökologisch Bewusste greifen zu bewährten Hausmittel wie Essigwasser und natürliche Duftmittel wie Lavendel, Zitrusfrucht (-Schalen), Rosenblätter, Zimt oder Kaffee.
Doch richten diese Maßnahmen nichts aus und muffen die Räume weiterhin unangenehm, gibt es wahrscheinlich gravierende Gründe.
 
Tipps zur Vermeidung von Gerüchen und Schadstoffbelastungen

·        Auf keinen Fall sollte man unangenehme Gerüche nur übertünchen mit Farbe oder ähnlichen
·        Lüften, lüften, lüften steht an erster Stelle und kann vorhandene Schadstoffbelastung und auch die Luftfeuchtigkeit sowie Schimmelpilzbildung reduzieren
·        Aggressive Putz- und Reinigungsmittel meiden
·        Auf die Inhaltsstoffe und Geruch vor Kauf von Produkten und Baumaterial achten.
·        Keine künstlichen Duftmittel – oder -Öle einsetzen. Über gesundheitliche Wirkung vieler Stoffe ist zu wenig bekannt. Durch die Düfte bringt man viele Chemikalien in die Umgebungsluft ein. Sie dringen in die Atemwege und können Allergien auslösen.
Also, wenn dann eher natürliche Duftmittel einsetzen.
Bei einem bereits vorhandenen Geruch ist die Ursachenfeststellung und Beseitigung wichtig. Wer sich einen Baubiologen und Sachverständigen für Gerüche zur Ursachenforschung ins Haus holt sollte möglichst vorher nicht lüften. Der geschulte und zertifizierte Geruchsprüfer Holtrup geht bei Ortsbesichtigungen erst mal immer der Nase nach. So verschafft er sich erst mal einen Eindruck und versucht den Geruch auf Basis seiner Erfahrungen einzuordnen.
Je nach Situation setzt der Spezialist dann ggfs. direktanzeigende Messgeräte im Schadstoffbereich ein, führt bei Bedarf Feuchtemessungen durch, nimmt evtl. Materialproben oder führt gezielt Raumluftmessungen durch.

Infos und Beratung bei www.baubiologie-holtrup.de



Sonntag, April 14, 2019

Beim Immobiliencheck, bei Umbau- oder Modernisierungsmassnahmen, Check betr. möglicher gesundheitlicher Belastungen oder auch bei Abriss sind qualifizierte Schadstoffuntersuchungen inkl. Bewertung erforderlich. Insbesondere bei älteren Häusern vor 1995 können versteckte Belastungen verbaut sein. Z.B. Asbest, KMF, PAK, PCB, Holzschutzmittel, Formaldehyd u.a..
Hierzu haben wir mal wieder mit dem Seminar Schadstoffkataster zur Qualitätssicherung beigetragen ;-)
Für eine Schadstoffuntersuchung betr. möglicher Belastungen, eine Fertighausanalyse oder einen Immobiliencheck stehen wir gerne zur Verfügung.
www.baubiologie-holtrup.de, Tel. 02581-784635

Montag, April 30, 2018

Schimmel im Frühling und Sommer - die eher unbekannte Gefahr


Jetzt im Frühjahr werden überall die Fenster geöffnet, die warme Frühlingsluft wird in Wohnungen und Kellerräume eingelassen. Es wird wieder ausgiebig gelüftet, weil man keinen Wärmeenergieverlust mehr fürchten muss. In Kellern werden die Fenster oft auch deswegen geöffnet, weil man sich erinnert, dass es vor dem Winter und evtl. auch durchgehend dort so modrig roch - jetzt soll der Muff hinaus!

Oft bleiben die Kellerfenster dann den ganzen Sommer über offen, manchmal werden gerade an sehr warmen Tagen auch noch die Kellertüren weit aufgerissen. Alles geschieht in der Annahme, dass die warme Luft den feuchten Keller austrocknen könne. In manchen Kellern bröckelt auch der Putz von den Innenseiten der Außenwandflächen oder es finden sich Salzausblühungen, deren flaumige Erscheinungsweise oft auch mit Schimmelbefall verwechselt wird. Die meisten Menschen glauben dann an eindringende oder aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich, welche durch Undichtigkeiten des Mauerwerks nach innen dringt und wollen diese Feuchte natürlich aus den Kellern entfernen. Die Raumluftfeuchte in Kellern ist dann oft sehr hoch, Hygrometer zeigen oft 80% relative Feuchte und mehr, je nachdem, wo sie aufgestellt werden. Die meisten versuchen dann, dass Problem zu lösen, indem sie vermehrt lüften. Das jedoch ist ein schwerer Fehler und verschärft das Feuchte- und Schimmelproblem im Keller sogar noch.

In ungeheizten Kellern haben das Mauerwerk der Außenwände sowie die Bodenflächen nahezu die Temperatur des umgebenden Erdreiches, das sind etwa 12 -14°C. Die hereingelüftete Außenluft ist jedoch oft deutlich wärmer, sogar im Frühling hat man schon über 20 °C Außentemperatur bei relativen Feuchtewerten von oft um die 60% oder mehr. Und viele Menschen meinen dann, 60% ist ja weniger als 80%, da kann man gut lüften...
Hygrometer zeigen jedoch die RELATIVE Feuchte der Luft an, immer bezogen auf die jeweilige Lufttemperatur. Diesen Zusammenhang kennen viel gar nicht. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Ein Hygrometer zeigt also nur an, wie stark die Luft bei der gerade herrschenden Temperatur mit Wasserdampf gesättigt ist. Trifft warme, feuchte Luft auf kalte Flächen, wobei sie abkühlt, dann steigt die relative Feuchte, mitunter so stark, bis ein Teil des in der Luft enthaltenen Wassers ausfällt, es kondensiert.

Der Baubiologe Ralf Holtrup, erläutert den Zusammenhang der relativen Feuchte mit der Temperatur: "Das ist wie bei großen Weingläsern (hohe Lufttemperatur) und kleinen Schnapsgläsern (niedrige Lufttemperatur) - wenn das halb volle große Weinglas (also 50% voll) in das kleine Schnapsglas gekippt wird, dann hat man sofort 100% Füllzustand und es läuft auch noch etwas über. Dieser Rest wäre das Kondenswasser, welches bei Ausfall aus der Luft dann im Keller von allen saugfähigen Materialien aufgenommen wird, also von Putzoberflächen und allen porösen Stoffen, die vor diesen Wandflächen oder auf dem Boden gelagert werden." Hat man z.B. 20°C warme Luft mit 60% r.F. in den Keller gelüftet und diese Luft trifft auf die 12°C kühlen Außenwandflächen, dann steigt dort die relative Luftfeuchte auf 97%. Die 60 % r.F in 20°C warmer Luft entsprechen einem absoluten Wassergehalt je Kubikmeter Luft von etwa 10 Gramm. Die 12°C kühle Luft vor den Außenwänden oder am Boden hingegen kann nur maximal 10,65 Gramm Wasser in jeden Kubikmeter aufnehmen, "das Schnapsglas ist also fast ganz voll".

Sogar wenn es noch kein Kondenswasser gibt, erzeugt man schon gute Bedingungen für Schimmelpilze: Schimmelpilze können schon ab etwa 70% r.F. Luftfeuchte schon wachsen. Somit ist klar ersichtlich, dass man mit dem falschen Lüftungsverhalten optimale Verhältnisse für Schimmelpilze herstellt. Holtrups Fazit aus langjähriger Erfahrung: "Das Lüften von Kellerräumen im Sommer tagsüber ist das Schlechteste, was man machen kann.

Zuerst wächst vermehrt Schimmel auf den Wandflächen und dann feuchtet sich auch noch die Wandoberfläche bzw. der Putz auf. Wenn dann doch einmal die umgebende Luft trockener sein sollte als der feucht gewordene Putz, dann verdunstet das Wasser wieder in die Luft. Dabei werden die vom Wasser aus dem Material gelösten Salze an die Wandoberfläche transportiert und bleiben beim Verdunsten des Wassers zurück, wo sie oft einen durchgehenden Kristallflaum bilden."
Auf der einen Seite verhindere das zwar einen flächigen Schimmelbefall, weil es die Pilze nicht so salzig mögen, aber das Salz binde auch wieder schneller die Feuchte aus der Luft. Das ganze werde dann zu einem sich selbst erhaltenden Kreislauf, der die Kellerwände immer feuchter werden lasse und alles, was in den Kellern gelagert ist, werde immer stärker von Schimmelpilzen befallen und verströme dann den typischen modrigen Kellergeruch. In der warmen Jahreszeit solle man daher Keller nur morgens früh oder nachts lüften, wenn es außen kühler und damit trockener sei.
Ähnlich sind auch Souterrainwohnungen zu beurteilen, die oft auch sehr schimmelanfällig sind

Der Sachverständige Holtrup hat noch einen Tipp: "Besitzt man im Keller einen Abluftventilator, so sollte der über eine Zeitsteuerung verfügen, so dass er nur nachts einschaltet, besser noch wäre eine Differenzsteuerung über Sensoren für Innen- und Außenverhältnisse. Dabei muss man nur darauf achten, dass auch Luft in die Kellerräume nachströmen kann, am besten von außen."
Falls die nächtliche Lüftung nicht ausreichend sei, um die Feuchte- und Schimmelprobleme zu beheben, oder wenn man unsicher sei, ob es tatsächlich nur am Lüften liege, so solle man einen Sachverständigen mit der Ursachensuche beauftragen. Holtrup: "Es ist sinnvoll, keinen Sanierer, Kellerabdichtungshersteller oder Anbieter von Geräten gegen aufsteigende Feuchte mit solch einer Ortsbegehung zu beauftragen. Die sind ja quasi betriebsblind und sehen naturgemäß nur solche Ursachen für die Feuchteschäden, die sie mit ihren Methoden beeinflussen können. Besser ist es, einen unabhängigen Experten zu beauftragen, der nichts verkauft außer seinem Wissen!"

Für weitere Informationen, Messungen und Beratung bei Problemen mit Schimmel, Feuchte oder sonstigen Schadstoffquellen im Haus sowie Beratung zu gesundem Leben im gesunden Haus steht Ihnen der Sachverständige Ralf Holtrup zur Verfügung. www.baubiologie-holtrup.de

Mittwoch, März 14, 2018

WHO gibt Leitlinen für Schimmel und Raumluftqualität heraus


Auszug aus der Veröffentlichung (Quelle: https://www.jameda.de/gesundheit/atemwege/weltgesundheitsorganisation-who-gibt-leitlinien-schimmel-in-innenraeumen-heraus/

Die WHO veröffentlichte kürzlich ihre ersten
Leitlinien zur Raumluftqualität, die sich konkret mit dem Thema Feuchtigkeit und Schimmel befassen. (1) Diese Leitlinien sind das Ergebnis einer eingehenden zweijährigen Prüfung des aktuellen Wissensstands durch 36 führende Sachverständige aus aller Welt unter der Federführung des WHO-Regionalbüros für Europa. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Menschen, die sich in feuchten oder von Schimmel befallenen öffentlichen wie privaten Gebäuden aufhalten, ein um bis zu 75% höheres Risiko tragen, an Atemwegsbeschwerden und Asthma zu leiden. In den Leitlinien wird die Verhütung oder Behebung von Feuchtigkeits- und Schimmelproblemen empfohlen, um Schäden an der Gesundheit wesentlich zu reduzieren.

In den Leitlinien selbst legt die WHO größten Stellenwert auf zukünftige Prävention von Feuchtigkeit und Schimmel in Gebäuden. Gebäudebesitzer werden darin für verantwortlich erklärt, dass sie gesunde Arbeitsplätze oder Wohnräume zur Verfügung zu stellen, in denen keine vermehrte Feuchtigkeit und Schimmel vorzufinden ist, indem sie einwandfreie Hauskonstruktionen sicherstellen und die Häuser entsprechend warten.

Besonders hervorzuheben ist auch der Passus, in dem die WHO darauf hinweist, dass feuchte Baumaterialien deren chemischen Abbau verstärken, was dann zu höheren Emissionen flüchtiger organischer Substanzen (Lösungsmittel) führt, Formaldehyd und auch potenziell gefährlichen Chemikalien wie Pestiziden aus Baumaterialien, oder resultierend aus einer falscher Anwendung in den Gebäuden.

In vielen EU-Ländern haben 20–30% der Haushalte mit Feuchtigkeitsproblemen zu kämpfen. Alles deutet darauf hin, dass dies eine Gefährdung für die Gesundheit darstellt. In feuchten Innenräumen wachsen Hunderte Arten von Bakterien und Pilzen, die Sporen, Zellfragmente und Chemikalien freisetzen. Eine Belastung durch diese Schadstoffe wird mit dem Auftreten bzw. der Verschlimmerung von Atemwegsbeschwerden, Allergien, Asthma und Immunreaktionen in Verbindung gebracht. Kinder sind in besonderem Maße gefährdet. Neuesten Daten zufolge könnten 13% aller Fälle von Asthma im Kindesalter in den entwickelten Ländern der Europäischen Region der WHO auf feuchte Wohnräume zurückzuführen sein.

Das Wissen um die Luftschadstoffe in geschlossenen Räumen ist der Schlüssel zu Maßnahmen zur Verhütung gesundheitlicher Beeinträchtigungen und zur Reinhaltung der Luft.. Es ist Aufgabe der Gebäudeeigentümer, ein gesundes, von Feuchtigkeit und Schimmel freies Arbeits- bzw. Wohnumfeld bereitzustellen, indem sie für ausreichende Isolierung sorgen. Dagegen ist es Aufgabe der Gebäudenutzer, durch angemessene Nutzung von Wasser, Heizung und Lüftung übermäßige Feuchtigkeit zu vermeiden.


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Mehr Infos und Untersuchungen: www.Baubiologe-holtrup.de